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Gastank im Heck-Crash    Film auf ADAC-TV

                                                Bilderserie auf ZDF

Gas an Bord – ein mulmiges Gefühl lässt sich nicht vermeiden,

wenn man an einen Auffahrunfall denkt.

Immerhin sitzen die üblichen Autogas-Zusatztanks

in der Reserveradmulde, also im unmittelbaren Heck-Aufprallbereich.

Sind die Bedenken gerechtfertigt? Zündet gar ein Feuerzeug im XXL-Format?

Ein Crashtest der speziellen Art sorgt für Klarheit.

Heckcrash: Mit 60 km/h gegen den Gastank

 

Wir wählten ein praxisnahes Unfall-Szenario: Mit 60 km/h kracht ein von uns ausgewählter: Opel Kadett einem stehenden Opel Astra Caravan ins Autogas bestückte Heck. Die ADAC-Ingenieure entschieden sich zudem für eine verschärfte Unfall-Konstellation: Sie steuern den Kadett leicht seitlich nach links versetzt ins Heck des Gegners. Grund: Dadurch dringt der stabile rechte Längsträger des Kadett besonders aggressiv in das vergleichsweise nachgiebig ausgelegte Heck-Mittelteil des Astra ein.  

 

Wir können Entwarnung geben: Auch wenn die sichtbaren Crashfolgen erheblich waren, kamen die Feuerlöscher in der ADAC-Crashanlage dennoch nicht zum Einsatz. Die wurden erst bei einem weiteren Versuch gebraucht, bei dem die ADAC-Tester allerdings aktiv Feuer unterm Auto gelegt hatten…

Kadett und Astra nach dem Crash: Zweimal ein Fall für den Schrottplatz.  Das Astra-Heck scheint sich auf den ersten Blick recht unbeeindruckt zu zeigen – bei genauerem Hinsehen wird deutlich, dass es komplett nach unten abgeknickt ist.

 

Der Gastank nach dem Crash: War was? Die hintere Quertraverse, ein  versteifendes Element des Karosseriehecks, zeigt sich (unterer Bildrand) im Foto stark, die Radmulde leicht verformt. Der Gastank mitsamt seinen Leitungen liegt aber nach wie vor unbeschädigt in der Reserveradmulde.

Eine Auswertung der Aufnahmen der Hochgeschwindigkeitskameras zeigt, dass die Belastungen während des Crash-Ablaufs in diesem Bereich doch recht erheblich waren. Zwei Szenen sind besonders aufschlussreich:

38 Millisekunden nach dem Aufprall: Die Reserveradmulde ist soweit deformiert, dass sie am Gasbehälter anliegt und die Kräfte direkt an ihn weiterleitet.

Nach 46 Millisekunden: Der Gastank schlägt mit seiner Vorderseite gegen die Reserveradmulde.

Trotz der starken Verformungen des Fahrzeughecks zeigt sich die Gasanlage optisch

unbeschädigt. Dies bestätigt sich durch weitere Untersuchungen, wozu auch eine Druckprüfung des gesamten Systems gehört.

Auch für noch höhere Belastung ist vorgesorgt: Die Stahlwand eines Autogas-Tanks ist ca. 3,5 mm stark. Ausgelegt ist der Tank für einen Betriebsdruck von maximal 10 bar, er muss aber einem Prüfdruck von 40 bar standhalten. Zusätzlich ist er Tank mit einem so genannten Rohrbruchventil ausgestattet. Sollte die Gasleitung aus irgend welchen Gründen brechen und somit undicht werden, schließt dieses Ventil im Bruchteil einer Sekunde. Läuft  der Motor nicht (mehr), sorgen automatisch arbeitende Ventile dafür, dass die Leitungen gasfrei bleiben. 

Fazit:

Autogasanlagen sind so konzipiert, das sie den bei einem Unfall auftretenden Kräften standhalten. Dies zeigt auch das reale Unfallgeschehen aus  Ländern wie Italien , Frankreich und den Niederlanden,  in welchen „Autogas“ seit Jahren zum Verkehrsalltag gehört.

Brandversuch: Feuer unterm Gas-Auto

 

Die Feuerwehr als Brandstifter: In diesem Fall eine sinnvolle Konfiguration, weil wir wissen wollten, wie sich die Gasanlage im Brandfall verhält. Hierzu entzündeten die Fachleute von der Lösch-Zunft drei Stahlwannen mit Benzin auf der Fahrbahn, unterhalb der Autogasanlage im Heck eines Opel Astra. Simuliert werden sollte ein Unfall mit ausgelaufenem Ottokraftstoff, der ein Gasfahrzeug in Brand setzt.


Der Versuchsablauf wurde mit verschiedenen Videokameras und zwei Wärmebildkameras aufgezeichnet. Der Auswertung der Bilder lässt folgendes erkennen:

Die Meinung des                   zum Autogas

Zeit [min]

 

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Start des Brandversuchs – die mit Benzin gefüllten Wannen unter dem Fahrzeugheck werden entzündet.
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1:40

Der rechte hintere Reifen des Astra platzt.

2:50

Das Feuer greift in den Innenraum des Fahrzeuges über.

3:05

Der Vordersitz fängt Feuer.

3:30

Der gesamte Innenraum des Astra steht in Flammen.
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4:00

Der Astra steht im Vollbrand.
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4:05

Das Sicherheitsventil des Gasbehälters öffnet, weil der Druck im Gasbehälter auf etwa 27 bar angestiegen ist. Gas entweicht mit einem lauten Zischen.
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4:08

Der Druck im Gasbehälter ist soweit abgefallen, dass sich das Sicherheitsventil wieder schließt.

4:14

Die Druckwelle, die bei der Detonation eines Airbagtreibsatzes entsteht, zerstört die hintere Seitenscheibe.

4:17
bis
7:55

Das Sicherheitsventil des Gasbehälters öffnet und schließt mehrfach. Der Zeitanteil in der das Ventil geöffnet ist nimmt dabei stetig zu.

7:55

Das Sicherheitsventil bleibt geöffnet und das Gas strömt kontinuierlich aus.
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10:15

Der Gasbehälter ist leer.

13:45

Die Löscharbeiten beginnen.

15:20

Das Fahrzeug ist komplett gelöscht.
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